Teurer als kalkuliert

Bgm. Wilfried Fink zeigt sich zufrieden: „Der Gemeindesaal ist als Ausweichquartier für unsere Volksschüler bestens geeignet.“ RS-Foto: Tiefenbacher

Kostensteigerung bei Modernisierung der VS Schönwies

 

Die Modernisierung und Erweiterung der Volksschule Schönwies ist teurer als im Vorfeld kalkuliert.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Es sind nachträgliche Sonderwünsche und gestiegene Baupreise, die zu dieser Kostensteigerung führen. Hinzu kommen nicht kalkulierte Kosten, etwa die Gründungskosten für den neuen Turnsaal, der zum Teil unterirdisch gebaut wird. Es sind spezielle Maßnahmen erforderlich, wie z.B. eine Grundwassersicherung, Pfählungen und spezielle Verankerungen. Das kommt nicht ganz überraschend, denn ein Zusatzvermerk von Architekt DI Martin Tabernig in der Schätzrechnung von 2017 wies darauf hin, dass diese darin nicht enthalten sind. Die zu erwartenden Kosten konnten zu diesem Zeitpunkt nicht ermittelt und in Ansatz gebracht werden, da das geologische Gutachten noch ausständig war. In Summe kommen gut 495.000 Euro an zuvor nicht kalkulierten Kosten zusammen.

 

NICHT KALKULIERT. Im Detail sieht die Aufstellung (alle Kosten netto) der nicht kalkulierten Kosten so aus: Der größte Brocken dabei sind die angesprochenen Gründungskosten für den Turnsaal mit rund 180.600 Euro. Für Bgm. Wilfried Fink kommen die angeregten Überlegungen, den Turnsaal kleiner zu bauen nicht infrage. Denn: „Hierdurch werden zwei wichtige Anliegen umgesetzt“, erklärt Fink gegenüber der RUNDSCHAU. Einerseits wird der langersehnte Wunsch der Schule und der Schulbehörde realisiert. Bisher war der Turnunterricht im Turnsaal im Kindergartengebäude und das ist mit einigen Umständlichkeiten verbunden. Andererseits bietet der neue Turnsaal (ein Normturnsaal 17 x 29 m) den örtlichen Vereinen die Möglichkeit zur Ausübung unterschiedlicher Freizeitaktivitäten. „Das ist bestimmt die richtige Entscheidung für die Zukunft, da man in ein paar Jahren sicher sagen würde, hätten wir damals doch größer gebaut“, argumentiert Fink. Der Dorfchef ist auch nicht dafür zu haben, den Bau des Turnsaales aufzuschieben – da das die Sache zusätzlich verteuern würde.

 

WEITERE KOSTEN. Nicht einkalkuliert waren auch die Kos-ten für die Umgestaltung des Gemeindesaales zur Ausweichschule, was 30.000 Euro kostet. Das ist die billigste Variante. Geprüft wurde auch eine Containerlösung. Diese hätte 180.000 Euro gekostet. Für die Dachsanierung und die Trockenlegung des Bestandsschulgebäudes und die Errichtung zweier Fluchtwege fallen nochmals Kosten von 113.200 Euro an. Da sich die Dachfläche der Volksschule gut für die Energiegewinnung mit einer Photovoltaikanlage eignet, entschloss man sich nachträglich noch dazu, eine solche zu installieren. Der Preis liegt bei rund 28.500 Euro. Ein weiterer Grund, dass sich das Umbauprojekt verteuert, ist der Anstieg des Baukostenindex um fünf Prozent. Dementsprechend teurer wurden die Bauarbeiten. Die ursprünglich angesetzten Baukosten erhöhten sich deshalb um knapp 143.500 Euro.

 

AUFTRAGSVERGABEN. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden die Aufträge für die Baumeister-, Erd-, Elektro- und Installationsarbeiten (einstimmig) vergeben. Weiters erfolgte dabei auch die Auftragsvergabe (einstimmig) für den Aufzugsbau. Diese Auftragsvergaben umfassen insgesamt ein Volumen von rund 2,1 Mio. Euro. Für das Volksschul-Projekt wurden 2019 (einstimmig) gut 4,1 Millionen Euro budgetiert. Die Finanzierung hätte damals so ausgesehen: Von den Gesamtkosten verbleiben nach Berücksichtigung der Bedarfszuweisung des Landes (1,2 Mio. Euro) und einem Investitionszuschuss aus dem Schul- und Kindergartenfonds (300.000 Euro) für die Gemeinde Schönwies 2,6 Mio. Euro. Finanziert werden soll dieser Restbetrag über Darlehen. Bgm. Wilfried Fink rechnet damit, dass die entstandenen Mehrkosten durch zusätzliche Förderungsmittel vom Land Tirol abgefedert werden können. Der Bürgermeister wird bei den zuständigen Stellen und Landesräten diesbezüglich vorsprechen. Geplant ist, dass der Betrieb der neuen Schule schon mit Beginn des Schuljahres 2020/2021 aufgenommen wird. Die Umsiedlung ins Ausweichquartier erfolgte bereits in der letzten Schulwoche. Dabei waren neben den Gemeindearbeitern und Lehrkräften auch die Schüler und ihre Eltern tatkräftig im Einsatz.

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