Tolle Musik, tolle Ergebnisse

Auf welch tolle Musiker die Kapellen im Außerfern setzen können, zeigte sich beim Festakt des Außerferner Musikbunds am Sonntag im VZ Breitenwang: Das Auswahlorchester unter der Leitung von Martin Rainer brillierte.RS-Foto: Gerrmann

Wertungsspiel und Festakt zum 90-jährigen Bestehen des Außerferner Musikbundes

1964 Mitglieder, 35 Kapellen, eine große Familie – so porträtierte Obmann Horst Pürstl am Sonntag im VZ Breitenwang „seinen“ Außerferner Musikbund (AMB). Und so wurden das Wertungsspiel am Wochenende und der abschließende Festakt zum 90-jährigen Bestehen der Musikervereinigung quasi auch zum großen Familientreffen.

Von Jürgen Gerrmann

Seit 1929 habe man sich zu einem der größten Tiroler Musikbezirke entwickelt, freute sich Pürstl über das Jubiläum. Tüchtige Funktionäre und Musiker hätten zu dieser tollen Entwicklung beigetragen, die viele Facetten habe: Jeder der Musiker trage die Freude an der Musik in sich und gebe sie weiter, sei Kulturbotschafter seiner Gemeinde und seiner Kapelle, werde als ganzer Mensch wahrgenommen. Ein Fest ohne Musikkapelle sei nur schwer vorstellbar: „Blasmusik macht das Leben viel schöner. Das eigene und das der Zuhörer.“
Zudem sei sie ein wertvoller Beitrag zur Kultur des Landes und der Zukunft der Gesellschaft: „Darauf müssen und können wir stolz sein.“

Grußworte voller Lob.

Auch für den Gastgeber im VZ, Breitenwangs Bürgermeister Hanspeter Wagner, sind die Musiker „Kulturträger und die besten Repräsentanten des Landes Tirol überhaupt“. Grüße des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes überbrachte dessen stellvertretende Präsidentin Centa Theobald, die den „tiefen freundschaftlichen Kontakt“ zu den Außerfernern hervorhob: „Musik steht für unverzichtbare Tradition“, war sie überzeugt.
Landeskapellmeister Rudi Pascher lobte das bisher einzigartige Projekt, ein Jubiläum mit einem Wertungsspiel zu verbinden, und klopfte seinen Außerferner Freunden für deren Einsatz auf die Schulter: „Auf Euch kann man immer zählen!“ Bezirkshauptfrau-Stellvertreter Konrad Geisler sah die Kapellen im Außerfern „sehr gut aufgestellt“. Und das sei nicht zuletzt dem AMB und seinen Funktionären zu verdanken.

Auswahlorchester begeisterte.

Auf welch hohem Niveau die Blasmusik im Außerfern doch steht, bewies dann das Auswahlorchester, dessen Mitglieder Bezirksjugendreferentin Renate Schlichtherle vorstellte. An seiner Spitze stand mit dem gebürtigen Pinswanger Martin Rainer ein Kind des Außerferns, dessen großes musikalisches Können auch als Klarinettist der Wiener Symphoniker deutlich wird. Und darüber hinaus ist er offenkundig auch ein begnadeter Komponist, wie sowohl „Intrada Jubilo“ als auch der Festchoral, den er eigens für dieses Jubiläum geschrieben hatte, deutlich machten. In beiden Werken wurden (wie auch in der Ouvertüre „Punchinello“ und dem Marsch „Unter der Admiralsflagge“, die neben der Tiroler Landeshymne ebenfalls erklangen) buchstäbliche alle Register dessen gezogen, was die Blasmusik so faszinierend macht: festlich, machtvoll, kräftig, quicklebendig, aber auch innig, romantisch und schließlich dramatisch – mit all diesen Facetten und Schattierungen kamen das Orchester und sein Dirigent glänzend zurecht. Das wurde natürlich mit frenetischem Beifall belohnt. Und großen Applaus gab es auch, als die Ergebnisse des Wertungsspiels bekannt gemacht wurden. Die internationale Jury aus dem Südtiroler Georg Horrer, dem Deutschen Manuel Epli und dem Liechtensteiner Gerhard Lampert erkannte dabei der Musikkapelle Elbigenalp unter der Leitung von Lydia Huber sogar eine Goldmedaille mit Auszeichnung zu. Sie hatte mit „To A Special One“ von Fritz Neuböck und Armin Koflers „Schmelzende Riesen“ in der Mittelstufe überzeugt.

Die Ergebnisse.

Auch sonst hagelte es Gold: in der Unterstufe für die Musikkapelle Stockach (Leitung: Claudia Moosbrugger), die Musikkapelle Ehenbichl (Michael Brunner) und die Musikkapelle Pinswang (Bernhard Rainer), in der Mittelstufe für die Stadtmusikkapelle Vils (Roland Megele), die Bürgermusikkapelle Höfen (Harald Beyrer), die Bürgermusikkapelle Reutte (Johannes Petz), die Bürgermusikkapelle Ehrwald (Julian Parlunger), die Musikkapelle Elmen (Manfred Perl) sowie in der Oberstufe für die Musikkapelle Musau (Richard Wörle), die Bürgermusikkapelle Weissenbach (Michael Tschiderer) und die Musikkapelle Holzgau (Manuel Strobl). Silber wurde in der Mittelstufe der Bundesmusikkapelle Bichlbach (Christoph Schrötter) und der Bürgermusikkapelle Biberwier (Melvin Schennach) zuerkannt. Die Besetzung der Jury ist übrigens bei allen Wertungsspielen in Tirol die gleiche, so dass man die Resultate optimal vergleichen kann. Und wo steht dann das Außerfern? „Das Niveau ist eigentlich flächendeckend hoch“, sagt Georg Horrer dazu gegenüber der RUNDSCHAU: „Allerdings ist beim AMB die Zahl der Kapellen in allen drei Stufen außergewöhnlich. So viele Kapellen in so vielen kleinen Orten findet man sonst weder in Nord- noch in Südtirol.“
Dass keine einzige Bronzemedaille vergeben wurde, machte natürlich auch Horst Pürstl glücklich: „Ich bin sehr zufrieden. Das Niveau war sehr hoch. Und wir freuen uns, dass wir im Bezirk so starke Kapellen haben, die musikalisch überzeugen.“ Das Fazit des Landeskapellmeisters dazu: „Tolle Musik, tolle Ergebnisse.“

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.