Vorschläge liegen vor

Der Ortskern von Schönwies soll durch einen 1,5 km langen Hochwasserschutzdamm gegenüber Hochwässer des Inns geschützt werden. RS-Foto: Tiefenbacher

Schönwies: Hochwasserschutzprojekt wurde vorgestellt

 

Über das Thema Hochwasserschutz in Schönwies wurde in den letzten Jahren viel geredet – jetzt scheint es konkret zu werden. In der jüngsten Sitzung des Schönwieser Gemeinderates wurde der Projektvorschlag vorgestellt.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Das Hochwasser im Jahr 2005 war ein Jahrhunderthochwasser und hielt das Oberland in Atem. Daraufhin ließ das Land Tirol (Abteilung Wasserwirtschaft) neue Gefahrenzonenpläne erarbeiten, auch jenen von Schönwies. Seitdem liegt ein Großteil des Ortskerns in der gelben Zone und Teile des Gewerbegebietes bei der Milser Innbrücke sogar in der roten. Damit verbunden ist ein Bauverbot. Um die Problematik lösen zu können – aus der gelben bzw. roten Zone herauszukommen und die Häuser und Betriebe gegenüber Hochwässer des Inn zu schützen – ist ein gemeindeübergreifendes Projekt von Schönwies, Mils, Imsterberg und Imst notwendig. Mit einer Vorstudie dafür wurde das Salzburger Ziviltechnikerbüro Werner Consult beauftragt. Diese liegt nun vor. Die Ergebnisse werden den beteiligten Gemeinden präsentiert, am Montag der Vorwoche war der Schönwieser Gemeinderat an der Reihe.

 

SCHUTZMASSNAHMEN. Als Schutzmaßnahme vorgeschlagen ist ein Hochwasserschutzdamm in Schönwies. Dieser erstreckt sich über eine Länge von 1,5 Kilometer von der Milser Innbrücke bis 300 Meter westlich des M-Preis-Supermarktes. Geplant ist, diesen Damm mit einem Begleitweg (zur Wartung) entlang der rechten Innseite zu errichten. Je nach Platzverhältnissen wird er als Erddamm oder Stahlbetonmauer ausgeführt. Die Höhe wird zwischen 80 und 150 Zentimeter betragen. Es soll auch ein Pumpwerk bei der Fa. Handl Tyrol und eine Drainage errichtet werden, mit denen das Hang-, Schmelz- und Regenwasser als auch das unter dem Damm durchgesickerte Innwasser in den Inn zurücktransportiert bzw. abgeleitet wird. Der Ortsteil Oberhäuser ist laut Studie nicht von Inn-Hochwasser gefährdet, deshalb ist in diesem Bereich auch keine Schutzverbauung vorgesehen. Auf der linken Innseite ist bereits ein Hochwasserschutzdamm vorhanden, der im Ernstfall die Häuser im Ortsteil Grieshaus absichert. Laut Schutzbautenexperten Reinhard Carli von der Werner Consult laufen derzeit die diversen Abstimmungsgespräche bezüglich Errichtung einer neuen „Milser Innbrücke“.

 

RETENTIONSFLÄCHEN. Eine besondere Herausforderung stellt die Bereitstellung der Retentionsflächen dar. Laut Gesetz muss der verdrängte Wasservorrat im Projektabschnitt ausgeglichen werden, da es keine Verschlechterung für Unterlieger geben darf. In Schönwies werden durch die Schutzverbauung 300 000 Quadratmeter Fläche geschützt. Dadurch geht ein Überflutungsvolumen von 185.000 Kubikmeter verloren. Schönwies kann zwar im Ortsteil Lasalt eine Fläche zur Verfügung stellen, diese reicht aber nicht aus, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Das Problem kann nur gemeindeübergreifend gelöst werden. „Wir sind hier auf andere Gemeinden angewiesen“, sagte Bgm. Wilfried Fink. Die Vorstudie sieht die notwendigen Retentionsräume in der Milser Au und Imster Au vor.

 

KNIFFLIGE ARBEIT. Auf Basis dieser Vorstudie wird nun das „Generelle Projekt“ erarbeitet. Damit ist im Wesentlichen klar, wie dieses Hochwasserschutz-Projekt aussehen wird. Es soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Da steht in nächster Zeit für die Gemeinden noch einiges an kniffliger Arbeit an. Man muss sich mit den Eigentümern der nötigen Grundstücke einigen. Die vier Gemeinden müssen untereinander den Konsens suchen (in erster Linie beim aufzubringenden Finanzierungsanteil), um so vernünftige Lösungen zu erreichen. Das ist die Voraussetzung, um das entsprechende Einreichprojekt vorzubereiten. Dieses wird dann der Behörde vorgelegt. Es besteht die Möglichkeit, dass der Bund 80 bis 85 Prozent der Projektkosten übernimmt. Spannende Fragen für Bgm. Wilfried Fink sind, ob der Naturschutz in der Milser Au ein Hindernis für die Umsetzung des Projektes ist und wie die Diskussion der Gemeinderäte in Mils verläuft.

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