Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
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Feld der Blumenträume

Evi Moschen aus Grins pflanzt Blumen für alle

Ein Herzensprojekt der Grinnerin Evi Moschen wird zum Glücksfall für Blumenliebhaber: Von ihr wurde ein Blumenfeld zum Selberpflücken angelegt. Mittlerweile besteht es das zweite Jahr und erfreut nicht nur viele Menschen, sondern bietet auch etlichen Tieren Lebensraum und Nahrungsquelle.
17. Oktober 2023 | von Von Kathrin Gruber
Feld der Blumenträume
Wunderbar bunt blüht das Grinner Blumenfeld von Evi Moschen. Liebevoll wird das Feld gepflegt und bepflanzt, damit sich alle daran erfreuen können. RS-Foto: Gruber
Von Kathrin Gruber

Alles begann vor drei Jahren als wunderbare Idee: Evi Moschen aus Grins träumte von einem eigenen Blumenfeld, das für die Allgemeinheit angelegt werden sollte. Letztes Jahr wurde ihr Traum Wirklichkeit. Zum Geburtstag bekam sie eine Kiste Blumenzwiebeln und die Jahrespacht für ein Feld geschenkt. Seitdem bepflanzt sie den Acker mit unterschiedlichsten Blumensorten und lässt ein buntes Blumenmeer blühen. Ihre Leidenschaft teilt sie mit ihren Mitmenschen: Das Feld in Grins darf nämlich nicht nur bewundert werden, sondern lädt auch ausdrücklich zum Pflücken ein. Das Angebot wird mittlerweile auch häufig in Anspruch genommen. „Es kommen immer öfter Leute, die Blumen für Veranstaltungen holen und auch der Kindergarten freut sich über die Sonnenblumen. Die Kinder entfernen die Kerne mit einer Pinzette zur Förderung der Feinmotorik“, erzählt Moschen. Die Blumen dürfen kostenlos und nach Belieben gepflückt werden. Geld verlangt die Grinnerin keines – freiwillige Spenden werden für neue Blumenzwiebeln und die Pacht des Feldes entgegengenommen.
Man erntet, was man sät. So ein Blumenfeld bietet nicht nur einen zauberhaft bunten Anblick, sondern ist auch mit reichlich Arbeit verbunden. Heuer gab es einige heiße Tage, an denen Moschen viel gießen musste, und auch bei stürmischem Wetter fällt Arbeit an. „Die hohen Sonnenblumen mussten vor dem starken Wind geschützt werden“, erzählt Moschen. Außerdem müssen die verblühten Pflanzen regelmäßig entfernt und Unkraut gejätet werden. Einige Samen und Blumenzwiebeln werden bereits zu Hause vorgezogen und dann als Pflänzchen eingesetzt. Dafür sucht Moschen gerne Blumen aus, die sich nach dem Schneiden lange halten und in Vasen schön bleiben wie Dahlien, Cosmea, Sonnenblumen und Strohblumen. Ungewöhnliche Tulpensorten und Blumen mit Farben, die man sonst nicht so häufig sieht, pflanzt sie besonders gerne. „Wenn ich irgendwo Blumenpflanzen sehe, die mir gefallen, nehme ich sie mit und setze sie ein.“

GRÜNER DAUMEN WURDE IN DIE WIEGE GELEGT. Bereits als Kind war Moschen ganz begeistert von Blumen – sie hat ihre Liebe zu allem Blühenden von ihrem Vater vererbt bekommen. Dieser habe sich gerne mit seinem Rosengarten beschäftigt. Evi selbst war schon immer sehr talentiert, wenn es um das Aufziehen und die Pflege von Pflanzen ging. „Wenn sie Steine einsetzt, dann wachsen sie – bei ihr kommt einfach alles auf. Da ist eine Gärtnerin verloren gegangen“, erzählt ihre Schwester begeistert. Das Blumenfeld kommt aber nicht nur den Menschen zugute, sondern zeigt sich ebenfalls als wunderbare Futterquelle für viele Tiere. In dem Feld sind etliche Bienen, Schmetterlinge und Hummeln unterwegs. Die Sonnenblumenkerne ernähren außerdem die heimischen Vögel. Der Acker wird nur mit Mist gedüngt und im Sinne des Umweltschutzes auch nicht gespritzt. Bis Ende Oktober ist noch Zeit zum Pflücken, danach wird der Acker gepflügt und erst im Frühling zeigen sich wieder Tulpen und Narzissen. „Für mich ist es die größte Freude, wenn alles so schön blüht“, schwärmt Moschen und teilt ihre Freude gerne mit allen Blumenliebhabern.
 
Feld der Blumenträume
Ganz in ihrem Element – Evi Moschen liebt ihr Blumenfeld in Grins und bekommt sehr viel Zuspruch für ihr Projekt. Hier dürfen nach Belieben Blumen gepflückt werden. RS-Foto: Gruber
Feld der Blumenträume
Die Blumen dürfen kostenfrei gepflückt werden. Für freiwillige Spenden ist eine Kassa aufgestellt, das Geld wird für neue Blumenzwiebeln und die Pacht verwendet. RS-Foto: Gruber

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