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Absage der Coronahilfen bleibt unverständlich

Venet Bergbahnen informieren Gemeinderäte

Noch im Oktober ist eine Informationsveranstaltung für die Gemeinderäte von Landeck und Zams zum Thema „Erlebnis- und Sportberg Venet“ vorgesehen. Es ist ein brisantes Thema, denn schließlich geht es um die Zukunft des Hausberges der gesamten Ferienregion und viel Geld, das die beiden Gemeinden als Hauptaktionäre zu berappen haben.
18. Oktober 2022 | von Von Herbert Tiefenbacher
Absage der Coronahilfen bleibt unverständlich<br />
Die Expertengruppe hat mit der Erarbeitung eines Zukunftskonzeptes für den „Erlebnis- und Sportberg Venet“ bereits begonnen. RS-Foto: Tiefenbacher
Von Herbert Tiefenbacher

Es ist davon auszugehen, dass die Gemeindemandatare bei dieser Veranstaltung über aktuelle und anstehende Aufgabenstellungen und Entscheidungen informiert werden. Aufgrund der anhaltenden Herausforderungen, dem Seilbahnunternehmen das finanzielle Überleben zu ermöglichen, ist das Interesse am Finanzthema allseits entsprechend groß. Besondere Brisanz erhält dieses Thema durch die Absage der beantragten staatlichen Corona-Finanzhilfe. Konkret handelt es sich um einen sogenannten Lockdown-Umsatz- und Verlustersatz von insgesamt rund 860.000 Euro für den Winter 2020/2021.

ABLEHNUNG NICHT ZUTREFFEND. Die Zahlung floss nicht, stattdessen bekamen die Venet Bergbahnen eine E-Mail von der Cofag (Covid-19 Finanzierungsagentur des Bundes GmbH), in welcher mitgeteilt wurde, dass es sich bei den Venet Bergbahnen um ein „Unternehmen in Schwierigkeiten“ handle und somit keine Coronahilfen ausgezahlt werden könnten. Dagegen kann kein Rechtsmittel ergriffen werden, da die Bundesregierung die Abwicklung der Coronahilfen an die Cofag ausgelagert hat, und die stellt nicht wie eine Behörde Bescheide zu, gegen die man berufen könnte. Den Informationen von Thomas Hittler, Aufsichtsratsvorsitzender der Venetbahnen und Bürgermeisterstellvertreter von Landeck, zufolge, richtete das Seilbahnunternehmen in Zams mittlerweile mehrere Stellungnahmen an die Cofag. In diesen sei dargelegt worden, dass die Begründung für die Ablehnung nicht zutreffend sei, es bestehe hingegen doch eine Anspruchsberechtigung. „Ich kann aber nur Stellungnahmen schreiben“, meinte Hittler. Seine Stellungnahmen brachten bisher keinen Erfolg. Sollte die Cofag bei ihrem Standpunkt bleiben, werden die beiden Gemeinden einspringen müssen. Zur Überbrückung des beantragten Umsatz- und Verlustausfalls wurde laut Thomas Hittler ein Bankkredit aufgenommen. Insider gehen davon aus, dass im November Beschlüsse hinsichtlich der Liquidität der Venetbahnen in den beiden Gemeinderäten zu fällen sind.

EXPERTENGRUPPE TAGTE. Des Weiteren wird es auf der Veranstaltung wohl auch aktuelle Informationen zur „Expertengruppe“ geben. Vor einiger Zeit wurde angekündigt, dass eine solche mit dem Auftrag eingerichtet wird, ein Zukunftskonzept für den „Venet“ zu erarbeiten. In den nächsten Jahren stehen kos-tenintensive Konzessionsverlängerungen (Pendelbahn und Südlift) an, und die finanzielle Situation der Bahn ist alles andere als rosig, entsprechend drängt die Zeit hinsichtlich einer neuen Weichenstellung für die Zukunft. „Im nächsten Jahr soll die Entscheidung getroffen werden, wie die Zukunft des Venet aussehen soll – wie immer diese auch aussehen mag“, sagte Hittler. Ziel ist es: durch eine möglichst ergebnisoffene Herangehensweise und einen Dialog, zu den bestehenden Herausforderungen für den Erlebnis- und Sportberg Ideen und Lösungen hervorzubringen, die das Potenzial des Berges mit attraktiven Angeboten besser ausnutzen und gleichzeitig die Investitions- und Betriebskosten in einem vertretbaren Rahmen und damit auch ohne Kraftakte bezahlbar bleiben. Die Expertengruppe hat bereits getagt und hat dem Aufsichtsrat erste Ergebnisse präsentiert. „Nun geht es in die nächste Phase“, informierte Thomas Hittler. In dieser werden Konzepte erarbeitet und als Entscheidungshilfe aufbereitet.

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