Nicht für euch, sondern für „enk“

Manchmal versuchte Schlagzeuger Philipp Hager den Redefluss seines Freundes zu stoppen und warf private Spitzen ein, jedoch war er auch mit vollem Körpereinsatz dabei, den Rhythmus durch sein Werkzeug zu stützen. RS-Foto: Burger

Die außergewöhnliche und unkonventionelle Band „TOI“ hat sich über die Jahre einen Namen auf den Bühnen Tirols gemacht. So freute sich das Publikum, das auch von weiter weg den Weg ins Pitztal fand, umso mehr, als diese ihren Heimathafen wieder einmal besuchten, um dort ein Konzert zu geben, wo alles begann.

Von Mel Burger

Mit den Worten: „So red i, so fluch i, so träum i, so denk i!“ hat wohl der Wenner Stephan Mathoi sich entschieden, seine Lieder in der Sprache zu schreiben, die ihm schon seit seiner Kindheit geschenkt wurde und begrüßte die Zuhörer mit dem Satz: „Wir spielen nicht für euch, sondern für enk!“ Mit Humor versuchte er zu erklären, warum es wohl bereits in der Schulzeit nicht nur eine Herzensentscheidung war, sich dabei der Mundart zu bedienen, sondern vielleicht auch ein wenig darauf zurückzuführen ist, dass seine Englischkenntnisse seines Ermessens nach nicht den gewünschten Tiefgang in seinen Songs widerspiegeln hätte können. So ist es auch nicht verwunderlich, dass er seinen Vater sowie die Tatsache, den Wenner Labera angehört zu haben, als Vorbild für seine Texte nimmt und musikalische Parodien in Wennerisch erzählt.

Stephan Mathoi nicht nur Songtexter, Gitarrist und Sänger, sondern auch ein Mann mit ansteckendem Humor und einer gewaltigen Gesichtsakrobatik, trainierte in Wenns die Lachmuskeln seines Publikums. RS-Foto: Burger
Band

Seit 2009 unterstützen ihn seine Bandkollegen Alexander, Philipp und Wolfgang dabei, die kritischen, feinsinnigen, nachdenklichen sowie traurigen und lustigen Songs musikalisch abzurunden und zu verfeinern. Immer wieder, so auch vergangene Woche, werden die vier Künstler auch nach Wenns – wo vieles seinen Ursprung fand und sie immer für einen vollen Saal sorgen – eingeladen. Mit einem breiten Schmunzeln kündigte der Bandleader den ersten Song als „Pitztaler Gangsta-Rap“ an und bewies mit seinen Männern, egal, ob nun Rock, Soul, Jazz oder Pop angestimmt wurde, dass ihr Publikum voll auf begeistert ist und sich auch nicht lange zum Mitsingen überreden lässt, wie bei dem Song „Nia, warst du so schian, wie heut in der friah,..“.

Mit purem Gefühl und absolut in seiner Musik gefangen unterstützt Alexander Goidinger mit Elektropiano und Akkordeon sein Team. RS-Fotos: Burger
Abend

Von der ersten Minute bis zur letzten Zugabe konnte die Band auf die grandiose Stimmung im Saal vertrauen, wobei Stephan mit seinem ganz besonderen Charme und Humor über Liebe, Leben, aber auch Laster kritisch und mit viel Selbstironie erzählt. Authentisch, live und mit viel Talent nehmen die Vier die Bühne ein und überzeugen musikalisch durch ihren Gesang sowie durch Gitarren-, Elektropiano-, Kontrabass- und Schlagzeugklänge. Durch ihr starkes familiäres und freundschaftliches Team im Hintergrund ist auch die Bühnenshow gesichert und verleiht dem Auftritt seinen besonderen Touch.

Wolfgang Henn beweist mit seinem Können auf dem Kontrabass, wie vielfältig sein Lieblingsinstrument ist und in Rock, Pop und Funk genauso seinen Platz findet. RS-Foto: Burger
Markus Habicher an der Technik rückte die vier Männer von „TOI“ ins richtige Licht. RS-Foto: Burger